Schneckenrennen am Südchinesischen Meer

Malaysia / Pulau Tioman

Drei Tage Strand, Schwimmen, Lesen und Abspannen. Mein Abschluss der Reise auf der Insel. Nochmal frische Obstsäfte, Currys, Sonnenuntergang. Zwischendurch bin ich Publikum beim Schneckenrennen zwischen Lucy, Jack, Sneaker und Susi. Es geht darum, welche Schnecke – Wellhorn, glaube ich -, vom Stein runterkriecht und wieder im Wasser ist. Meist gewinnt Lucy.

Dschungel mit Tiger

Malaysia / Taman Negara

Taman Negara bedeutet allgemein Naturschutzpark, trotzdem ist in Malaysia damit meist das Areal mit dem ältesten Primärurwald der Welt gemeint, 130 Millionen Jahre, wird gesagt. Auf der Straße treffe ich zwei, die wie ich eine Dreitagestour machen wollen, und nicht nur mit 80 Leuten in der Höhle übernachten und zurück. Wir buchen einen abseitigen Trail, auf dem wir sonst niemanden treffen.

Am ersten Tag wandern wir ca 4h und schlagen früh unser Lager auf. Viel zu tun gibt es nicht außer ins leuchtende Grün zu gucken und die Geräusche zu identifizieren, Vögel, Affen und Zikaden.

Erstes Lager

Wäschetrockner

Nachts hören wir Gewehrschüsse, Wilderer. Amy, der Guide, facht das Feuer stärker an, damit sie uns jedenfalls riechen, wenn schon nicht sehen, sagt er, Kugeln fliegen weit.

Zweiter Tag 8h wandern, Lehm, Dornen, Flüsse und immer wieder den Pfad neu suchen. Wir begegnen einem Dorfbewohner auf der Suche nach den Wilderern und Amy wird von einigen Wildbienen gestochen, was sehr schmerzhaft ist. Die Belgierin hat zum Glück ein Mittel dabei. Wir finden Mangos, Organen und Litschis, leider zu grün, verfault oder zu hoch am Baum. Und immer wieder Orchideen.

Zweites Lager und Lunch am Fluss

Abends sitzen wir beim Feuer und identifizieren Geräusche. Einmal macht es Roarr-roarrr, dann nochmal, deutlicher. Amy reißt die Augen auf, starrt ins Dunkel, sagt nichts, bewegt sich nicht. Wir desgleichen, nur dass wir auf Amy starren. Nach einer Weile sagt er: Dangerous. Angry Animal. Es könnte ein Bär sein, Tiger oder Leopard. Aus irgendeinem Grund sauer. Kann Bienenstich sein oder sonst was.

Das gefährlichste Tier ist der Elefant, da rennt man auf jeden Fall weg, und zwar im Zickzack, dem kann er nicht folgen, nur der Elefant ist es ja nicht. Zum Glück. Wir wollen wissen was wir tun sollen, wenn das Tier kommt. ‚Gucken, was für ein Tier es ist‘, sagt er nur. Wie kriegen dann noch heraus, das ein Bär ziemlich alles klein haut, und beim Tiger, der normalerweise nur guckt und weiter geht, sagt er, kämpfen.

Ich muss einmal zum Fluss, mit Kopfstrahllampe, und aus der Richtung kommt zehn Minuten später das nächste Grollen. Amy macht etwas Lärm, damit das Tier weiß hier sind wir Menschen, es muss nicht kommen. Dann sitzen wir noch eine Weile herum, schließlich gehen wir schlafen. Das Feuer ist hochgedreht und ein paar Kerzen brennen. Später grollt es nochmal, ansonsten bleibt es ruhig. Amy erneuert nachts die Kerze.

Morgens sind wir etwas unausgeschlafen. Nachdem wir los sind, sagt Amy, er habe Tierspuren gesehen, Tapir (groß, aber sehr schüchtern) und Katze. Könnte Jaguar sein. Jaguar wäre gut, weil auch scheu. Nach ca 1h hören Amy und ich wieder das Tier, vielleicht begleitet es uns. Es scheint ja sonst nichts zu wollen. Dann finden wir die frische Haut einer Kobra auf dem Weg, und eine (wunderschöne) kleine Blue Coral Snake kreuzt, ebenfalls sehr giftig.

Nach ein paar Stunden sind wir wieder nahe des Dorfes. Dort springt Amy plötzlich seitwärts ins Gebüsch und kommt strahlend mit ein paar Durian-Früchten wieder heraus, sehr teuer und sehr lecker, die Stinkfrucht, in allem Hotels und Bussen verboten, smells like hell and tastes like heaven. Er schlachtet sie sofort und ist glücklich.

Abends buche ich im gleichen Büro einen Bus. ‚So‘, sagt Amys Schwester, ‚you met a Tiger?‘ Amy, der dort aufgewachsen ist, hat seine blauen Augen gesehen, nachts, sagt sie. Im nachhinein hätte ich das auch gerne.

Eindrücke

Kobrahaut und Vogelfeder

Batu Cave

Malaysia / Kuala Lumpur

Nach der obligatorischen Chinatown fahre ich mit der Bahn raus und schaue mir die mit hinduistischen Göttern und Erzählungen gestalteten Höhlen Batu Cave an.

Lakshmi und Saraswathi

Außerdem gibt es Tanz und Reptilien.

Tanz. Zahlreiche Pfaue schauen gebannt zu und singen auch mit

Im Terrarium gibt es abstruse Tiere. Eine Kobra richtet sich auf, eine andere Schlange züngelt durchs Gitter. Eine Albinoschildkröte und ein Wasserdrache versuchen zu entkommen, die meisten sind ein zusammengerollter Haufen Schuppen. In einem Bassin schwimmen goldene Welse, in einem anderen liegt eine 40 cm lange, mit Grünzeug bewachsene Mischung aus Stein, Schildkröte und Echse. Schwer zu sagen, ob es lebt. Beschildert ist nichts.

Goldwels

Zum Sonnenuntergang finde ich die Heli-Bar im 34. Stock auf einem ehemaligen Hubschrauberlandeplatz ohne Geländer.

KL Tower

KLCC Twin Towers

Schnorchelglück

Bali-See / Gili Meno

Relativ früh schnorchele ich los und schwimme nach wenigen Metern fast in eine dicke Schildkröte mein. Sie grast friedlich die bewachsenen Steine und Korallen ab. Ich wäre nahe genug, sie anzufassen, das Wasser ist flach und das Tier ungestört. Das lasse ich natürlich. Manchmal guckt sie auf. Ich umkreise sie ca 20 Minuten, dann schwimme ich weiter. Nach 10 Metern kommt noch eine, noch größer, ca 1m langer Panzer.

Green Turtle

Sie schaukelt in den Wellen hin und her, ich parallel zu ihr. Im Gegensatz zu ihr muss ich gegen die Strömung anschwimmen, die Schildkröten scheinen da immun zu sein. Wie auch immer das geht.

Den Rest des Tages genieße ich die Insel.

Blick von den Bungalows aus

Liberty Wreck

Bali / Amed

Der US-Frachter Liberty wurde 1942 von der Japanischen Submarine abgeschossen. Zunächst lag sie am Strand von Bali, beim Vulkanausbruch von 1963 ist sie ins Wasser gerutscht. Da liegt sie nun, bewachsen von Korallen und wird rege besucht von Fischen, Scuba- und Apnoetauchern, die sich alle in ihrem jeweiligen Schwärmen begegnen.

Wrack der ‚Liberty‘

Turtle-Release

Java / Sukamade

Morgens um 6 in der Schutzstation bekommen wir unsere Schildkrötchen, die wir persönlich am Strand auf den Sand setzen dürfen, damit sie den indischen Ozean erreichen und ihr Glück in der Welt versuchen können. Ich bin gerührt. Die Turtles wollen natürlich nur los.

Meine beiden Mädels

Katerchen passt auf

 

Auf dem Rückweg mache ich eine kurze Wanderung zur Green Bay

Springboot

Green Bay, das Uferstück ist so steil, dass die Boote Anlauf nehmen und den Strand hochspringen.

Abends setze ich nach Bali über.

Java mit Mt. Ijen

Bali

Turtlewatching

Indonesien / Sukamade

An der Südküste Javas Stationieren liegt Sukamade mit einer Schildkröten-Schutzstation. Sie sammeln und beschützen die Eier, von denen normalerweise nur eins von tausend zu einer großen Schildkröte wird. Für 60 km dorthin brauchen wir  mit dem Jeep 6 Stunden, erst echter Java-Verkehr, dann echter Jungletrail.

Indischer Ozean vor Sukamade

Affen in der Anlage

Die Anlage ist nach meinen Maßstäben so renovierungsbedürftig, dass es fast schon wieder egal ist. Hier gibt es zudem kein Geld und wichtigeres zu tun. Außer mir sind noch 4 Asiat*innen und eine indonesische Familie mit 20 Personen da. Abends um 8 p.m. gehen wir an der Strand, lernen unsere Verhaltensregeln (v.a. kein Licht!) und warten, ob der Guide eine Schildkröte entdeckt. Sie kommen abends zum Eierlegen an den Strand, Green Turtle und Hawksbill Turtle. Um 9 p.m. gibt er ein Signal, jetzt müssen wir warten, ob sie sich zum Eierlegen entscheidet. Um 10 p.m. dürfen wir auf leisen Sohlen hin gehen, da ist sie im Prozess des Eierlegens, der 10-15 Minuten dauert. Er leuchtet ihre Rückseite an, wir dürfen hinter ihr stehen und fotografieren.

Green Turtle beim Eierlegen

 

Ca 1m lang

 

141 Eier, die entnommen werden, bevor sie das Loch zuschaufelt

Bei Schildkröten, wie bei Krokodilen, bestimmt sich das Geschlecht nach der Temperatur des Sandes, in dem die Eier liegen. Wärmer= weiblich, kühler= männlich. Die Eier in der Schutzstation werden alle weibliche Schildkröten. Daher werden immer entsprechend viele Gelege am Strand gelassen.

Die Schildkröte schaufelt das Loch zu und wird danach ein weiteres graben, um die Fressfeinde zu verwirren. Dann verlässt sie den Strand.

Boom Beach

Indonesien / Banyuwangi

Da ich wegen der Feiertage allein im Homestay bin, suche ich mir was schönes zum Frühstück zusammen. Eier von der Hühnerpatrouille, Toast, Obst. Und mache die Gartenlampen aus. Später kommt die Schwester der Chefin, um mir Schlüssel für den Scooter zu bringen. Ich fahre, wie der Rest der Welt, die Gegend rauf und runter, hoch zum Wasserfall, durch hübsche Dörfer, bis ich unten am Strand lande, ‚Boom Beach‘, mit Blick auf Bali.

Bucht vor dem Boom Beach

 

Wasserfall

 

Dörfer

 

Didu’s Homestay

Das Oberhuhn

Abends esse ich aufgepeppte Reste von gestern. Außerdem füttere ich die Hunde, ich bin ja sowieso da, deswegen muss niemand raus kommen. Sitze im Garten, höre den Zirpen zu, den Müllrattscheln und dem Kühlschrank. Hund, Huhn, Moschee sind heute still.

Morgen ist hier ausgebucht, da könnte ja vom Staff jemand erscheinen. Fühlt sich nicht so an, aber eigentlich ist das auch irre.

Idul Fitri

Indonesien / Banyuwangi

Frösche, Zikaden, gleiches Lied aus fünf oder mehr Moscheen, leicht versetzt in Tonlage und Taktung, Feuerwerk, Hundegebell. Das ist der Klang, der mich um umgibt. Idul Fitri sind die Feiertage zum Ende des Ramadhan, beginnend heute Abend. Ich bin alleine im Homestay, alle Gäste und alle Angestellten sind bei ihren Familien und feiern. Die drei Hunde sind da, die Hühnerpatrouille ist schon schlafen gegangen. Etwas zu Essen habe ich nach einem Stadtspaziergang am nahegelegenen Bahnhof bekommen.

Warung am Bahnhof

Ich war vorgewarnt und finde es spannend, dass sie mich hier komplett mit allem alleine lassen.

Sängerfrosch

Banyuwangi

Hühnerpatrouille

Jetzt kommt einer der Leute, um mir und den Hunden Essen zu bringen (und geht dann wieder). Nett!!!

Kraton und Prambanan

Indonesien / Yogyakarta

Vormittags besuchen ein Mitreisender und ich den Sultanspalast Keraton in Yogya. Es gibt viel Art Deco Geschirr, viele Portraits und wenig Erklärungen, kaum Namen oder Jahreszahlen. Der Mitreisende ist Historiker, da macht es etwas mehr Spaß: auf dem Bild hier der Holländer, dort die japanische Uniform, die europäischen Pferde, große Gesten. Fotos und Gemälde sind verblichen, wer ist wer? Google Translate liefert Stichworte wie ‚Prinzessin‘. Der Historiker fühlt sich verloren, ich fands interessant, ein Museum so zu lesen.

Nachmittags fahre ich zu einem der größten hinduistischen Tempel in Indonesien, Prambanan

Haupttempel Prambanan

 

Eingesperrte Kasuare und andere arme Vögel