Dschungel mit Tiger

Malaysia / Taman Negara

Taman Negara bedeutet allgemein Naturschutzpark, trotzdem ist in Malaysia damit meist das Areal mit dem ältesten Primärurwald der Welt gemeint, 130 Millionen Jahre, wird gesagt. Auf der Straße treffe ich zwei, die wie ich eine Dreitagestour machen wollen, und nicht nur mit 80 Leuten in der Höhle übernachten und zurück. Wir buchen einen abseitigen Trail, auf dem wir sonst niemanden treffen.

Am ersten Tag wandern wir ca 4h und schlagen früh unser Lager auf. Viel zu tun gibt es nicht außer ins leuchtende Grün zu gucken und die Geräusche zu identifizieren, Vögel, Affen und Zikaden.

Erstes Lager

Wäschetrockner

Nachts hören wir Gewehrschüsse, Wilderer. Amy, der Guide, facht das Feuer stärker an, damit sie uns jedenfalls riechen, wenn schon nicht sehen, sagt er, Kugeln fliegen weit.

Zweiter Tag 8h wandern, Lehm, Dornen, Flüsse und immer wieder den Pfad neu suchen. Wir begegnen einem Dorfbewohner auf der Suche nach den Wilderern und Amy wird von einigen Wildbienen gestochen, was sehr schmerzhaft ist. Die Belgierin hat zum Glück ein Mittel dabei. Wir finden Mangos, Organen und Litschis, leider zu grün, verfault oder zu hoch am Baum. Und immer wieder Orchideen.

Zweites Lager und Lunch am Fluss

Abends sitzen wir beim Feuer und identifizieren Geräusche. Einmal macht es Roarr-roarrr, dann nochmal, deutlicher. Amy reißt die Augen auf, starrt ins Dunkel, sagt nichts, bewegt sich nicht. Wir desgleichen, nur dass wir auf Amy starren. Nach einer Weile sagt er: Dangerous. Angry Animal. Es könnte ein Bär sein, Tiger oder Leopard. Aus irgendeinem Grund sauer. Kann Bienenstich sein oder sonst was.

Das gefährlichste Tier ist der Elefant, da rennt man auf jeden Fall weg, und zwar im Zickzack, dem kann er nicht folgen, nur der Elefant ist es ja nicht. Zum Glück. Wir wollen wissen was wir tun sollen, wenn das Tier kommt. ‚Gucken, was für ein Tier es ist‘, sagt er nur. Wie kriegen dann noch heraus, das ein Bär ziemlich alles klein haut, und beim Tiger, der normalerweise nur guckt und weiter geht, sagt er, kämpfen.

Ich muss einmal zum Fluss, mit Kopfstrahllampe, und aus der Richtung kommt zehn Minuten später das nächste Grollen. Amy macht etwas Lärm, damit das Tier weiß hier sind wir Menschen, es muss nicht kommen. Dann sitzen wir noch eine Weile herum, schließlich gehen wir schlafen. Das Feuer ist hochgedreht und ein paar Kerzen brennen. Später grollt es nochmal, ansonsten bleibt es ruhig. Amy erneuert nachts die Kerze.

Morgens sind wir etwas unausgeschlafen. Nachdem wir los sind, sagt Amy, er habe Tierspuren gesehen, Tapir (groß, aber sehr schüchtern) und Katze. Könnte Jaguar sein. Jaguar wäre gut, weil auch scheu. Nach ca 1h hören Amy und ich wieder das Tier, vielleicht begleitet es uns. Es scheint ja sonst nichts zu wollen. Dann finden wir die frische Haut einer Kobra auf dem Weg, und eine (wunderschöne) kleine Blue Coral Snake kreuzt, ebenfalls sehr giftig.

Nach ein paar Stunden sind wir wieder nahe des Dorfes. Dort springt Amy plötzlich seitwärts ins Gebüsch und kommt strahlend mit ein paar Durian-Früchten wieder heraus, sehr teuer und sehr lecker, die Stinkfrucht, in allem Hotels und Bussen verboten, smells like hell and tastes like heaven. Er schlachtet sie sofort und ist glücklich.

Abends buche ich im gleichen Büro einen Bus. ‚So‘, sagt Amys Schwester, ‚you met a Tiger?‘ Amy, der dort aufgewachsen ist, hat seine blauen Augen gesehen, nachts, sagt sie. Im nachhinein hätte ich das auch gerne.

Eindrücke

Kobrahaut und Vogelfeder

The Big Blue

Bali / Amed

Beim Tauchen gestern habe ich mein Mittelohr überstrapaziert und gehe heute nur auf 2/3 der Tiefe runter (weniger Druck), dafür verharre ich dort länger und sehe weiter unten eine Schildkröte in Begleitung eines Fisches vorbeiziehen.

Diese Art des Unter-Wasser-Seins, die Bewegungsfreiheit und fast schon Schwerelosigkeit ist großartig.

Allerdings kriege ich kein Zertifikat, weil ich das Rettungstauchen heute nicht aus 10m Tiefe machen kann.

Turtle-Release

Java / Sukamade

Morgens um 6 in der Schutzstation bekommen wir unsere Schildkrötchen, die wir persönlich am Strand auf den Sand setzen dürfen, damit sie den indischen Ozean erreichen und ihr Glück in der Welt versuchen können. Ich bin gerührt. Die Turtles wollen natürlich nur los.

Meine beiden Mädels

Katerchen passt auf

 

Auf dem Rückweg mache ich eine kurze Wanderung zur Green Bay

Springboot

Green Bay, das Uferstück ist so steil, dass die Boote Anlauf nehmen und den Strand hochspringen.

Abends setze ich nach Bali über.

Java mit Mt. Ijen

Bali

Turtlewatching

Indonesien / Sukamade

An der Südküste Javas Stationieren liegt Sukamade mit einer Schildkröten-Schutzstation. Sie sammeln und beschützen die Eier, von denen normalerweise nur eins von tausend zu einer großen Schildkröte wird. Für 60 km dorthin brauchen wir  mit dem Jeep 6 Stunden, erst echter Java-Verkehr, dann echter Jungletrail.

Indischer Ozean vor Sukamade

Affen in der Anlage

Die Anlage ist nach meinen Maßstäben so renovierungsbedürftig, dass es fast schon wieder egal ist. Hier gibt es zudem kein Geld und wichtigeres zu tun. Außer mir sind noch 4 Asiat*innen und eine indonesische Familie mit 20 Personen da. Abends um 8 p.m. gehen wir an der Strand, lernen unsere Verhaltensregeln (v.a. kein Licht!) und warten, ob der Guide eine Schildkröte entdeckt. Sie kommen abends zum Eierlegen an den Strand, Green Turtle und Hawksbill Turtle. Um 9 p.m. gibt er ein Signal, jetzt müssen wir warten, ob sie sich zum Eierlegen entscheidet. Um 10 p.m. dürfen wir auf leisen Sohlen hin gehen, da ist sie im Prozess des Eierlegens, der 10-15 Minuten dauert. Er leuchtet ihre Rückseite an, wir dürfen hinter ihr stehen und fotografieren.

Green Turtle beim Eierlegen

 

Ca 1m lang

 

141 Eier, die entnommen werden, bevor sie das Loch zuschaufelt

Bei Schildkröten, wie bei Krokodilen, bestimmt sich das Geschlecht nach der Temperatur des Sandes, in dem die Eier liegen. Wärmer= weiblich, kühler= männlich. Die Eier in der Schutzstation werden alle weibliche Schildkröten. Daher werden immer entsprechend viele Gelege am Strand gelassen.

Die Schildkröte schaufelt das Loch zu und wird danach ein weiteres graben, um die Fressfeinde zu verwirren. Dann verlässt sie den Strand.

600 Meilen vom Manta bis zur Datumsgrenze

Fiji / Nanuya Belavu

Morgens wird geschnorchelt. Vielleicht sehe ich zwei kleine Riffhaie, das kann ich nicht genau sagen weil die Brille sehr beschlagen und das Wasser sehr trüb war. Und die Tiere 10m entfernt. Beim aus-dem-Wasser-kommen wird die Manta-Trommel geschlagen, das heißt, weiter draußen wurdeN MantaS gesichtet. Alles rennt und holt die Schnorchel, dann starten wir mit drei Booten.

Netterweise ist der Manta gerade dort, wo ich vom Boot aus losschwimme. Ich schwimme lange hinter und über und fast unter ihm, als er an die Wasseroberfläche geht, bis die GoPro-Boys uns erreicht haben und ihre Ellenbogen einsetzen.

Das Manta-Glück habe ich sogar zweimal nacheinander.

Der Manta markiert auch meinen östlichsten Punkt der Reise, bis zur Datumsgrenze sind es 600 Meilen / 1000 km.

Gegen 14:00 ist Boardingtime für die Rückfahrt. Die Belegschaft singt uns Abschiedslieder und bringt und zur Fähre.

Belegschaft

Doggy apportiert Gepäck

‚South Sea Island‘

Strandwalk

Australien / Daintree Forrest

Bei trockenem und sonnigem Wetter wandern wir den Strand hoch, 4km. Davon sind 2,5 km lustiges bis anspruchsvolles Felsklettern an der Wasserkante.

Kollege am Strand

Im Wasser sind potentiell Krokodile und giftige Quallen, Baden fällt aus. Nach zwei Stunden haben wie den Abschnitt geschafft.

Zielstrand

Einen Kilometer weiter gibt es ein Badeloch, also eine Stelle im Fluss ohne Krokodile.

Badestelle

 

500m weiter

Nachmittags verpassen wir das Tropical Fruit Testing und wandern stattdessen noch etwas.

Here be Crocodiles

Australien / Daintree Forrest

Regen im Regenwald. Wir suchen uns eine geführte Wanderung heraus, die dann aber wegen Regen ausfällt. Stattdessen buchen wir Krokodilwatching, bei Regen hält sich allerdings auch das Krokodil gerne geschützt auf. Immerhin sehen wir ein Baby-Krokodil, das vor Fressfeinden geschützt in einem ‚Käfig‘ aus Mangrovenwurzeln liegt. Sieht aus wie 50cm lang. 1,5 Jahre, sagt der Guide.

Klein-Krok

Nachmittags in den Trockenpausen wandern wir über Boardwalks durch die Mangroven.

Eine Würgefeige ohne Wirt

Farnkorb, Epiphyte ohne parasitäres Ansinnen

Flughundebaum

Kasuar

Australien / Etty Bay

Auf dem Weg in den Norden der Ostküste stoppen wir in Etty Bay. Wir hoffen, dass wir dort einen Kasuar sehen, einen fast ausgestorbenen Laufvogel der Größe von Emus und mit prähistorischer Geschichte. Was wir an dem kleinen Zeltplatz mit zwei Dutzend anderer wartender Touristen entdecken, sind Erste Hilfe Säulen für von Brandquallen gestochene Schwimmer mit literweise Essig darin und Warnschilder vor Krokodilen.

Erste Hilfe Säule am Meer

Nach einem Magnum Mango Kokos fahren wir weiter und auf dem Rückweg kommt uns – mit prähistorischet Tiefenentspanntheit – ein Kasuar auf unserer Spur entgegen.

Kasuar

Abends im Daintree Forest überfahren wir nicht die Amethystine Python, die mit ca 3m auf der Straße ruht.

Schnabeltierbeobachtungsplattform

Australien / Eungella NP / Broken  River

Über dieses Wort hat sich die Redaktion des Reiseführers sicher ebenso gefreut wie ich. Ich habe es jedenfalls gern übernommen. Auf der Fahrt dorthin ein Regenbogen, der mich daran erinnert, dass eine Mitreisende in Indonesien mich fragte, ob bei Regenbogen südlich des Äquators die Farben andersherum sind.

Wir sind im Eungella NP westlich von Mackay. Der Park ist berühmt dafür, dass er lange abgeschirmt war und sich daher besondere Tierarten erhalten konnten, beispielsweise das Schnabeltier, Platypus. Hier sei die weltbeste Beobachtungsplattform für wild lebende Schnabeltiere. Neun Tiere gibt es hier direkt vor Ort. Davon haben wir fünf gesehen. Außerdem finde ich einen kleinen Skink.

Skink in da house

Schnabeltierbeobachtungsplattform

Schnabeltier beim Auftauchen

Platypus aus der Brückenfamilie

Etwas später trete ich gegen eine giftige Sugar Cane Kröte, das stinkt, will sie Gift verspritzt. Abgesehen davon, dass sie eingeschleppt ist, einheimische Tiere vergiftet und deswegen wenig Freunde hier hat, hoffe ich dass sie das überlebt. Es sieht nicht sehr ernst aus.

Wir gehen auf eine Nachtführung, wo wir keine weiteren Platypus sehen, aber Flughunde, Fledermäuse, Schildkröten, Wallabys, Geckos (alles irgendwie süß) und eine Brown Treesnake (latent aggressiv und giftig).